Hunde (er)leben

 

Wo gibt es das Buch?

 

zunächst direkt bei mir - auf Wunsch sogar mit Widmung.

 

Dann natürlich beim Verlag

 

ISBN 978-1-627841-47-4 | Hunde - (er)Leben

https://shop.windsor-verlag.com/produkt/hunde-erleben-bernd-dietrich/

 

oder Amazon.de

bernd+dietrich+hunde

oder buch.de

Hunde - (er)Leben von Bernd Dietrich - buch.de

 


 

Exposé

 

Buchtitel:          Hunde(er)leben!

 

Zielgruppe:       Neuhundebesitzer und alle, die empfänglich sind für ein paar                            Denkanstösse  

 

Das Buch gliedert sich in Bereiche wie Bindungsaufbau und –Festigung, Leinenführigkeit, Clickertraining, Ressourcenkontrolle und bietet auch Problemlösungen. Im zweiten Teil finden sich humorvolle Betrachtungen über verschiedene Arten von Hundebesitzern. Teil drei schliesslich gibt Tipps zum Leben mit dem Hund.

 

Was ist anders als bei anderen Büchern?

Sehr viele Hundebücher zeigen immer nur EINE Methode auf. Nun ist jeder Hund anders und erst recht jeder Hundehalter – also möchte ich auch verschiedene Wege aufzeigen. Die Probleme, die auftreten können, sind meist die gleichen, aber bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. Deshalb weigere ich mich ja auch, nach Schema F zu arbeiten, sondern suche zusammen mit meinen Kunden den praktikabelsten Weg.

Ich möchte den Leser auch nicht mit zum Teil hundertfach wiedergekäuten und eben so oft verworfenen Theorien langweilen oder verwirren – ein hier und da eingestreuter Satz über Lernverhalten usw. reicht völlig aus.

Da ich kein akademisches Standardwerk verfassen möchte, will ich auch nicht unbedingt ins Detail gehen, warum und wieso dies und jenes funktioniert und warum etwas anderes nicht und was die Verhaltensforschung zu einem bestimmten Thema alles entdeckt hat – dieses Buch soll für den Laien geschrieben sein.

Kurzweilig und auch ein Schuss Humor mit einer lockeren Sprache, die auf Phrasen weitgehend verzichtet – so möchte ich ein Buch lesen und auch schreiben.

Momentan habe ich das Buch "Name weggelassen" aus dem Verlag xyz vor mir liegen und bin, gelinde gesagt, etwas enttäuscht. Die Autorinnen haben ein Thema, das auf 4-5 Seiten behandelt sein könnte, auf 85 Seiten aufgeblasen…. Aber das kommt eben davon, wenn man sich dauernd wiederholt. Solch ein Buch möchte ich NICHT schreiben!

 

Was mir keinesfalls vorschwebt, ist ein Erziehungsratgeber und Problemlöser für alle Lebenslagen – schon allein deshalb, weil nach meiner Überzeugung die allermeisten Probleme bei einer konsequenten Grunderziehung gar nicht erst auftreten oder im schlimmsten Fall mit den bereits aufgezeigten Mitteln gelöst werden können.

 

Auf konkrete Fallbeispiele möchte ich weitgehend verzichten – die bringen

m. E. niemanden weiter. Die Leserin oder der Leser denkt sich doch meist nur: genau wie bei meinem Hund, aber schliesslich ist meiner kein Pudel, sondern ein Beagle und überhaupt ganz anders und deshalb funktioniert das bei uns nicht.

 

Bernd Dietrich

LESEPROBEN

 

Bindungsaufbau - Bindungsverstärkung - Bindungsfestigung

 

 

FREUDE am GEMEINSAMEN TUN  -> Ziel nicht nur für diese Übung

 

Wir beginnen heute mit dem BINDUNGSAUFBAU. Dies ist für manche Teilnehmer ein alter Hut, andere werden sagen: so ein Quatsch, mein Welpe / mein Hund folgt mir sowieso auf Schritt und Tritt (und steht meist im Weg herum bzw. befindet sich unter irgendwelchen Schuhen, die jeden Moment auf ihn treten können). Es hat sich aber gezeigt, dass diese Übung für Hunde jeden Alters ganz, ganz wichtig ist und eine der Grundlagen unserer Arbeit bildet. Der Hund lernt nämlich dabei etwas ganz wichtiges: Ein wenig Anstrengung und Konzentration auf den Menschen wird sofort (sogar gleichzeitig) positiv bestätigt! Auch lernt der Hund ganz von selbst, auf unsere Signale und Köpersprache zu achten. Die Bindung wird ungemein verstärkt!

Es hat sich gezeigt, dass auch erwachsene Hunde (z. B. aus dem Tierschutz) durch diese einfache Übung ihre meist schnell vorhandene Bindung zuverlässig festigen und über die Eingewöhnungsphase hinaus beibehalten.

Gerade für Hunde, die "ihre" Menschen meist ignorieren oder Aufmerksamkeit so stark einfordern, dass es schon belästigend wird, ist diese Übung immens wichtig. Auch bei Übungen zur Leinenführigkeit wird diese Grundlage uns gute Dienste leisten: sobald ich mich rückwärts wende, wird bei meinem Hund sofort die hier gelernte Verknüpfung aktiviert und er ist mit dem "Kopf" wieder bei mir! 

 

Ablauf: Mensch geht rückwärts, füttert den Hund mit der rechten Hand – und zwar so schnell, dass der Eindruck einer Futtermaschine entsteht -, die sich fast dauernd vor der Hundenase befindet (die  Linke ist dabei für das "Nachladen" mit Leckerchen aus der Bauchtasche zuständig).WICHTIG: es befindet sich immer nur EIN Leckerchen in der rechten Hand und der Hund wird nur gefüttert, wenn alle vier Pfoten auf dem  Boden sind. Dies bewirkt, dass der Hund im Hintergrund immer unsere Beine sieht, während er sich das Leckerchen ---> Fortsetzung im Buch

 

Einführung Clickertraining

 

Was ist ein Clicker?

 

Im Grunde nur ein Plastikkästchen mit einer beweglichen Metallzunge; diese erzeugt beim darauf drücken einen „Click“-Ton. Erfunden wurde die Anwendung bei der Tiererziehung in einem Delphinarium, basierend auf den Forschungen des russischen Professors Pawlow. Der Hund wird auf den Ton des Clickers konditioniert, d.h. er wird bei fortgeschrittenem Training den spezifischen Ton als Bestätigung seiner Aktion empfinden und als Ankündigung eines Leckerchens.

Der Clicker dient als blitzschnelle, neutrale und positive Bestätigung und Verstärkung

 

Was sind die Vorteile gegenüber der stimmlichen bzw. Futter-Bestätigung?

 

Zum einen liegt der Vorteil im neutralen Ton; ob ich gut gelaunt bin oder verstimmt oder gar erbost – der Clicker klingt immer gleich. Meine Stimme kann ich für die scharfen Sinne des Hundes nicht gut genug verstellen. Der neutrale Ton ist auch sehr hilfreich, wenn mehrere Familienmitglieder den Clicker benutzen, da Bestätigungsworte ja nach Stimmlage sehr stark variieren können.

 

Der nächste Vorteil liegt in der absoluten Schnelligkeit – ein Click geht wesentlich schneller als ein ausgesprochenes Lob oder gar das Leckerchen nach vorangegangenem Gefummel in der Jackentasche. Nach neueren Forschungen geht der Click-Impuls sogar direkt vom Ohr ins Stammhirn, ohne dass er lang übersetzt werden müsste. Da ein Hund gerade am Anfang seiner „Lernkarriere“ nur Sekundenbruchteile zur Verfügung hat, um eine Aktion mit positiver oder negativer Bestätigung in Verbindung zu bringen, ist Schnelligkeit von unschätzbarem Vorteil.

 

Wie wir aus unserer eigenen Erfahrung wissen, ist der Lernerfolg wesentlich grösser, wenn wir uns eine Problemlösung selbst erarbeitet haben (anstatt diese irgendwo nach zu lesen oder gar vom Lehrer erzählt bekommen). Dies ist  bei Hunden ganz genau so der Fall und wir machen es uns beim Clickertraining zu nutze.

 

Beispiel: bei der herkömmlichen „SITZ“-Übung wird die Kruppe des Hundes nach unten gedrückt, der Hals mittels der Leine nach oben gezogen. Dazu  ein möglichst barsches SITZ! und der Hund wird aus einem Meideverhalten heraus die gewünschte Stellung einnehmen. Dies ist weder für Mensch noch Hund angenehm – es sei denn, wir lassen unsere sadistische Veranlagung die Oberhand gewinnen.

 

 

 

Das Clickertraining nutzt dagegen die Tatsache aus, dass jeder Hund sich irgendwann hinsetzt, wenn wir nur lange genug  warten. In dieser Sekunde wird das Hinsetzen mittels Click als die von uns gewünschte Aktion bestätigt. Das Ziel des Hundes ist es ja, möglichst viele Clicks (=Leckerchen) zu erhalten, also wird er sich nach kurzer Zeit gar nicht mehr erheben.

Da der Hund ja immer noch sitzt, können wir immer mehr Clicks geben und nach kurzer Zeit das freundliche Hörzeichen !SITZ! einführen.

 

Die Konditionierung:

 

Ein Haufen Leckerchen liegt vor uns auf dem Tisch, der Clicker ist in der Hand. Der Hund sitzt, steht oder liegt vor uns, völlig egal. Nun wird der Hund mit einzelnen Leckerchen gefüttert und jedes Mal, wenn das Leckerchen im Maul verschwindet, ertönt ein Click.

 

Dieses gleichzeitige Clicken und Schmecken behalten wir drei bis 5 Tage lang bei (jede Übungseinheit sollte etwa 5 Minuten dauern, mehrmals am Tag).

 

In der Stufe 2 halten wir das Leckerchen in der Hand,  ---> Fortsetzung im Buch

 

Die Agilityprinzessin

 

Kommen wir nun zur jugendlichen Agilitysportlerin. Das Wort jugendlich sollte hier im Altersbereich zwischen 16 und etwa 32 Jahren (in Ausnahmefällen bis etwa 44, aber jugendlich frisch im Aussehen, erfolgreich geschieden und beruflich erfolgreich mit home-office in Teilzeit) angesiedelt werden. Idealerweise hat unsere junge Frau zwei oder drei Aussies und/oder Border-Collies oder Mixe dieser Rassen. Ort des Geschehens ist der Übungsplatz eines Hundevereins.

Besagte Frau, nennen wir sie der Einfachheit halber Julia, hat also brav angerufen und sich nach den Trainingszeiten erkundigt. Da der Beginn dieser Sessions Samstag um 15 Uhr ist, kommt sie pünktlich um 15:20 fröhlich winkend aufs Gelände. Ihre Hunde hat sie natürlich nicht an der Leine, da diese sehr freiheitsliebend sind und sowieso fast nie ernsthaft weglaufen. Dummerweise waren ihre Hunde schon gut 5 Minuten vor ihr auf dem Platz (so lange brauchte Julia, bis sie ihre Siebensachen im Auto zusammengesucht hatte) und haben alle anderen gründlich durcheinander gebracht. Dies sind dann eben die kleinen Widrigkeiten, mit denen erfahrene Trainer schon fertig werden.  

 

Julia setzt sich auf eine Bank, um erst mal beim Training zuzuschauen. Nachdem ein paar beherzte Vereinsmitglieder ihre Hunde eingefangen und ihr dieselben überreicht haben, bindet sie die drei Süssen widerstrebend an der Bank fest. Nachdem Julia dann ihre Wegzehrung ausgepackt hat, beginnt sie die anderen Zuschauer auszufragen: wie denn die Qualifikation der Trainer sei? Welche Wettkämpfe sie gewonnen hätten und welche Seminare besucht? Zwischen Banane und Magerjoghurt wirft sie ein  paar Namen durch die Gegend – diese und jene Konifere kennt sie und bei jenem war sie auf einem Seminar in Buxtehude (5 Tage lang!) und überhaupt kann sie aus jedem Hundeerziehungs- und Ausbildungsbuch zitieren, das jemals geschrieben wurde. Da die gebannt lauschenden Zuhörer nicht unhöflich sein wollen, weisen sie Julia nicht darauf hin, dass ein Verein vom Getränke- und Snackverkauf lebt und mitgebrachte Flaschen und Essen absolut unerwünscht sind. Sie fragen stattdessen nach Julias Erfahrungen in anderen Vereinen und erfahren, dass Julia noch nie (!) in einem anderen Verein war geschweige jemals Mitglied war. Na ja, ok, in zwei oder drei Clubs war sie schon, aber die sind ja dort alle so altmodisch und wollen erstmal Gehorsam trainieren und so unnützen Mist. Sie  wäre doch wohl eine bessere Übungsleiterin, aber dies will dort keiner anerkennen. Auf einem Müsliriegel kauend (für Pferd, Hund und Mensch gleichermassen geeignet, deshalb bekommt einer der drei Süssen den Rest und das Papier fällt diskret unter die Bank, wo sich alsbald die anderen beiden Hunde darum balgen) erklärt sie, dass leider auch in diesem Verein hier das Training absolut unmöglich sei und sie gern einen ihrer Hunde vorführen würde. Nachdem sie aber erfahren hat, dass Zuspätkommer bis zur Pause warten müssen,  bevor sie mitmachen dürfen, ist sie leicht verschnupft. Den Vorschlag, doch so lange mit ihren Hunden Gassi zu gehen, kontert sie mit der empörten Feststellung, dass sie schliesslich mit den Hunden draussen war, bevor sie das Vereinsgelände betreten hat und die sooooo oft nicht müssen können wollen. Den zaghaften Einwand, dass sie doch aber mit dem Auto bis vor die Tür gefahren sei, überhört sie leider.

 

Endlich ist die ersehnte Pause da und Julia könnte nun auf den Platz und an die Geräte – aber leider muss sie jetzt dringend mal auf die Toilette. Nach ihrer Rückkehr teilt sie  Übungsleitern und Teilnehmern mit,  --> Fortsetzung im Buch

 

Leben mit Hunden oder: Hunde (er)Leben

Dieser Teil des Buches steht mit Absicht am Schluss - sonst hättest Du den Rest vielleicht gar nicht gelesen. Hier geht es nämlich darum, das Zusammenleben mit dem Hund möglichst störungsfrei zu gestalten, und dies ist doch der eigentliche Grund, warum so viele Hundebücher gekauft und teilweise sogar gelesen werden. Der Kernsatz dieses Buchteiles lautet allerdings:

Höre auf Dein Bauchgefühl!

Hundeerziehung ist gar nicht schwer, solange man sich nicht durch die unzähligen Tipps, Methoden und Glaubensrichtungen verwirren lässt und resistent bleibt gegen die neuesten und allerwirksamsten wissenschaftlich erprobten Erziehungssysteme. Wir dürfen uns ruhig ein wenig an der Erziehung unserer Kinder orientieren - auch dabei ist ein gesundes Mittelmass das Richtige und Wichtige. Beobachte Deinen Hund, genau so wie Du Dein Kind beobachten würdest, dann wird schon alles klappen! Ich werde in der Folge einige seit Jahren gegebene und immer weiter gesponnene Empfehlungen besprechen und hoffentlich entzaubern können.

Beginnen wir mit Tag 1 - ein Hund kommt ins Haus! Es ist zunächst egal, ob es sich um einen Welpen oder einen erwachsenen Hund handelt, um einen Hund aus dem Tierschutz oder eine ehemalige Zuchthündin. Um nicht maßlos enttäuscht zu werden, müssen wir immer davon ausgehen, dass der Hund NICHTS kann (Zerstörungen und Verunreinigungen natürlich ausgenommen). Auf dieser Basis können wir in aller Ruhe aufbauen.

Als erstes zeigen wir dem neuen Familienmitglied, wo Futter und Wasser stehen. Es sollte sich um einen Teil der Wohnung handeln, wo Hund ungestört ist - d.h. kein Durchgangsflur oder ähnliches. Danach gehen wir mit dem Hund an der Leine dahin, wo er sein Geschäft erledigen soll. Hier bleiben wir so lange, bis er oder sie sich gelöst hat, finden das ganz toll und dann geht es gleich wieder ab nach Hause. Urin- oder Kotabsatz extra zu belohnen ist unnötig, da die Tätigkeit an sich selbstbelohnend ist. Spaziergänge sollten in der ersten Zeit immer an der Leine stattfinden, am besten in immer größer werdenden Kreisen um das Haus herum; dies gewährleistet, dass unser Hund im Notfall auch alleine nach Hause findet!

Wenn der Hund müde wird, zeigen wir ihm seinen Schlafplatz; sollte er sich gleich legen, um so besser. Ich beginne schon in dieser Zeit, den Hund auf die Entfernung mit meiner Stimme zu "streicheln". Den gleichen Unsinn (der Inhalt ist wirklich egal), den ich ihm beim wirklichen Streicheln erzähle, lasse ich auch jetzt vom Stapel - in der gleichen Stimmlage.

Couch und Sessel sollten in dieser Phase tabu sein. Erst wenn der Hund gelernt hat, zu fragen (darf ich jetzt hoch?), erlauben wir dies. Eigeninitiative gestatte ich nicht! Mit einem beherzten Schubs und dem Wort "runter" lernt der Hund sehr schnell, wann er auf die Couch darf und wann nicht.

Da ich meinen Hund permanent beobachte, kann ich Zerstörungstendenzen sehr schnell unterbinden. Mit einem scharfen "PFUI" oder "Nein" kann ich fast jeden Hund dazu veranlassen, mit der aktuellen Tätigkeit aufzuhören - und dann sofort ein "Superhund" oder "gaaaanz toll" nachzuschieben. Das allseits beliebte Wörtchen "AUS" bitte in diesem Zusammenhang nicht benutzen, siehe Ressourcenkontrolle. Der Hund hat gelernt: Kabelkauen ist Mist, Nichtkabelkauen ist toll! Das gleiche gilt natürlich für Schuhe, Kinderspielsachen, Schulranzen, Möbel und alles andere, was NICHT explizit dem Hund gehört. Hundespielzeug, Knabberohren und solche Sachen gebe ich dem Hund mit den Worten "das ist Deins", und diese Dinge sind für den Rest der Familie wiederum tabu - es sei denn, wir machen mit dem Hund Zerrspiele (hier kann das Wort AUS für die Freigabe eingeübt werden) oder müssen unbedingt den Wohnzimmerboden zwecks Grundreinigung freilegen.  

Überhaupt - das Lieblingswort der meisten Hundehalter scheint wirklich "AUS" zu sein. Alles und jedes, was  --> Fortsetzung im Buch